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Trotz CDU-Verlusten kann Gerig strahlen: Direktmandat im Wahlkreis 276 geholt

Odenwald-Tauber. Flink gezählt wurde gestern in den Wahllokalen des Wahlkreises 276 Odenwald-Tauber, in dem CDU-Kandidat Alois Gerig mit 50,25 Prozent trotz Verlusten von 3,6 Prozent auf Anhieb das Direktmandat holte und nun als Nachfolger von Kurt Segner in den neuen Bundestag einziehen wird. Gegen 19 Uhr kam die Gemeinde Rosenberg als erste Kommune mit ihrem Wahlergebnis. Schefflenz ließ dagegen lange auf sich warten. Zwar gibt es für die CDU sogar 4,7 Prozent Verluste bei den Zweitstimmen, aber Alois Gerig erweist sich als neuer starker Kandidat, der das Abrutschen in Grenzen halten kann.

Erhebliche Verluste muss hingegen die SPD-Kandidatin Gabriele Teichmann mit fast zehn Prozent auf 20 Prozent hinnehmen und auch bei den Zweitstimmen fiel die Bilanz mit minus neun Prozent auf 18,5 Prozent sehr schlecht aus. Ihr Plan, in den Bundestag einzuziehen, bleibt somit ein frommer Wunschtraum.Die Liberalen etablierten sich mit ihrer jungen Kandidatin Carina Schmidt erfolgreich mit satten Zugewinnen von fast 7,5 Prozent auf 10,5 Prozent (16,44 % Zweitstimmen) als dritte politische Kraft im Wahlkreis. Sie verweisen die Grünen mit mit 8,8 Prozent (9,2 Prozent Zweitstimmen) und Kandidatin Christine Denz, die ebenfalls wie die Linken mit Rolf Grüning (auf 6,55 bzw. 6,9 Prozent) kräftig zulegen konnten, auf die weiteren Plätze. Apropos Plätze: In Walldürn liegen die Linken sogar vor den Grünen. In Mosbach dagegen holten die Grünen bei den Erststimmen mehr als die FDP, bei den Zweitstimmen liegen dagegen die Liberalen weit vor ihnen.

In Mosbach verliert Alois Gerig zwar bei den Erststimmen genau vier Prozent, erreicht aber mit 43,8 Prozent ein äußerst respektables Ergebnis. Bei den Zweitstimmen rutscht die CDU um 3,4 Prozent auf 38,2 Prozent ab. Die SPD verlor bei den Erststimmen über 11 Prozent und kommt auf 24,6 Prozent, bei den Zweitstimmen rutschten die Sozialdemokraten um 9,7 Prozent auf 22,7 Prozent ab.

Auch in Buchen bleibt die CDU der politische "Platzhirsch". Mit marginalen Verlusten von 1,2 Prozent bei den Erststimmen sind das noch traumhafte 57,9 Prozent im Vergleich zur SPD, die hier eine bescheidene "Ernte" von nur 17,1 Prozent einfahren kann. Bei den Zweitstimmen gibt es für die CDU in Buchen 3,5 Prozent Verluste, doch 48,1 Prozent lassen die Christdemokraten meilenweit vorne liegen.

Die SPD verbleibt nur bei den Erststimmen noch mit 17,1 Prozent als zweite politische Kraft, büßt aber bei den Zweitstimmen mit 16,6 Prozent fast ihren Platz ein, denn die Liberalen haben auf 16,5 Prozent aufgeholt. Die Grünen holen auf und liegen bei acht Prozent, die Linken kommen auf 5,5 bzw. 5,9 Prozent.

In Höpfingen, dem Heimatort von Alois Gerig, der auf dem Schlempertshof seinen Wahlsieg mit viel Partei-Prominenz feierte, gibt es natürlich ein Traumergebnis. Hier bewahrheitete sich voll und ganz der Wahlspruch "Alle für Alois"! Gerig legte bei den Erststimmen 13,6 Prozent auf satte 77,1 Prozent zu, während die Partei bei den Zweitstimmen fünf Prozent verlor und sich bei 51,5 Prozent einpendelte. Die SPD erhielt eine Ohrfeige mit minus 15 Prozent bei den Erststimmen und kommt auf 9,2 Prozent. Bei den Zweitstimmen waren es noch tröstliche 15,6 Prozent.

Im Main-Tauber-Kreis gibt es für Gerig bei der Erststimme 5,3 Prozent weniger, aber die 49,5 Prozent sind ausbaufähig. Nur bei den Erststimmen kann sich die SPD dort noch mit 18,8 Prozent als zweite Kraft halten, bei den Zweitstimmen rutscht die Partei jedoch, von der FDP um 0,3 Prozent überrundet, auf den dritten Platz ab. Grüne und Linke folgen mit guten Stimmengewinnen.

Auf dem Schlempertshof war nach dem fulminanten Heimspiel von Gerig in Höpfingen der "Teufel los". Die Polit-Prominenz gratulierte und die Höpfinger und Waldstettener Kapellen spielten Ständchen für den strahlenden Sieger. Alois Gerig dankte spontan seinen Wählern. Es freue ihn, als Kandidat im näheren und weiteren Umfeld anerkannt worden zu sein. Er wolle für alle Menschen im Wahlkreis ein guter Abgeordneter sein. Vom Kandidaten aus Leidenschaft werde er zum Abgeordneten aus Leidenschaft werden.

Quelle: Rhein-Neckar Zeitung - 28.09.2009
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