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Kein Fest wie jedes andere

Schlempertshof-Fest bei Kaiserwetter ein Besuchermagnet

Höpfingen. Ein großer Tag für den Schlempertshof, ein großer Tag für Höpfingen. Es war kein Fest wie jedes andere. Klein - der zwei Kilometer nördlich des Höpfinger Ortskerns gelegene Ortseil Schlempertshof, aber großartig und einmalig in jeder Hinsicht - die geballte Leistungsbereitschaft und -fähigkeit dieser Hofgemeinschaft, die am Sonntag ein Fest auf die Beine stellte, das die kühnsten Erwartungen weit übertraf.

Der Schlempertshof glich von 10 bis 18 Uhr einem von Tausenden von Besuchern aller Altersgruppen friedvoll "belagerten" Ort, an dem ein mehrdimensionales Festprogramm zelebriert wurde, von örtlichen und auch gemeindeübergreifenden Institutionen und Privatpersonen sowie vom sprichwörtlichem Kaiserwetter kräftig unterstützt. Über 160 Bilder, Dokumente und historische Luftaufnahmen brachten Licht und Aufklärung in das Dunkel des Vergessens des unter dem Decknamen "Schafweide Dornberg" als geheime Kommandosache gehandelten Ausbaus dieses Fliegerhorstes und Militärhafens im Schlempertshof vor rund 65 Jahren.

Das Hoffest bot einen bunten Strauß von multifunktionalen attraktiven Angeboten: Einen mustergültigen Ferienbauernhof (Familie Gerig) in Form der "Gläsernen Produktion", die Hobby-Imkerei des versierten fortschrittlichen Imkers Hans Kaiser, das hochtechnische Holzrückeunternehmen Herbert Goldschmidt, die Bau- und Möbelschreinerei Christoph Schlie anlässlich ihres zehnjährigen Jubiläums und den Maschinenring Odenwald-Bauland im 35. Jubiläumsjahr. Als Sahnehäppchen galten die in kürzester Zeit vom Heimatverein zusammengestellten Bilddokumente über den einstigen Fliegerhorst unter Leitung von Adalbert Hauck und unter Mithilfe des stellvertretenden Vorsitzenden Rainer Wagner.

Im Büro Störzer standen die Besucher Schlange vor den historischen Bildern und Luftaufnahmen des Fliegerhorstes Schlempertshof. Viele erkannten auf den meist über 60 Jahre alten Bildern Bekannte und Verwandte. Erfreulich, dass dadurch eine große Anzahl bisher unbekannter Personen auf den Bildern identifiziert werden konnte. Einige Besucher händigten Adalbert Hauck sogar noch neues, bisher unbekanntes Bildmaterial über das Leben und Treiben auf dem Fliegerhorst aus, das vom Heimatverein noch registriert und zu gegebener Zeit wieder der Öffentlichkeit in einer Zusammenschau präsentiert wird.

Die vielfältige hautnahe Tierschau bewunderten die Gäste ebenso wie die Infostände des Landwirtschaftsamtes, des Bauernverbandes, der Anbietergemeinschaft "Urlaub auf dem Bauernhof", des Beratungsdienstes Ackerbau und Milchvieh, der Arbeitsgemeinschaft Betriebs- und Haushaltshilfe, des Forstamtes Walldürn und der Abfallwirtschaft des NOK.

Der Strom der Besucher riss bei allen Ausstellungen, Vorführungen (zum Beispiel der leistungsstarken Schreddermaschinen) den ganzen Tag nicht ab. An den Dutzenden von Darbietungen und Demonstrationen standen die Zuschauer Schlange und bestaunten die Leistungskraft der heutigen "PS-Riesen" in der Landwirtschaft und der Abfallwirtschaftsgesellschaft.

Viel Aktion gab es zu bewundern: die Vorführungen der Westernreiter, den ferngelenkten Schlepper, einen Holzsägekünstler, einen Hufschmied bei der Arbeit, Vorführungen der Waldarbeiter, Hacker- und Schreddervorführungen.

Für ununterbrochene Unterhaltung der Kinder sorgten die Kindergärten Höpfingen und Waldstetten mit ihren Erzieherinnen. Eine Spielstraße mit einem Tretschlepperparcours, ein Rasentraktorparcours, Ponyreiten, Kutschenfahren zu den ehemaligen Bunkern und vieles mehr wartete auf die unternehmungslustigen Kinder. Auch kulinarisch war auf dem Schlempertshof Originelles geboten. An den stets umlagerten Verpflegungsständen der Feuerwehr, des Sportfischervereins, der FG wurden die Gäste bestens versorgt.

Glanzpunkte setzten die Landjugend aus Mosbach mit einem ansprechenden Volkstanz und die mehrfach aufspielenden Musikanten der Höpfinger Jugendkapelle unter Leitung von Peter Fieger. Unterhaltsam und informativ war auch das gefragte "Schlempertshof-Quiz", das mit seinen fünf zu beantwortenden Fragen das thematisierte, was es bei den Vorführungen vermittelt wurde. Die ersten fünf Sieger erhalten einen Tretschlepper. (ck)

Quelle: Fränkische Nachrichten - 24.06.2003
Artikel online im Archiv von fnweb.de

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