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Schlempertshof-Fest löste "Völkerwanderung" aus

Tausende Besucher bei der Jubiläumsveranstaltung / Rückblick auf die Entstehungsgeschichte des Weilers / Buntes Programm

Höpfingen. Der Schlempertshof, ein eher stiller Weiler auf der Gemarkung Höpfingen, erlebte am Sonntag eine regelrechte "Völkerwanderung". So kamen bei strahlendem Sommerwetter Tausende von Gästen aus Nah und Fern, um mit den Bewohnern das Schlempertshof-Fest, gebührend zu feiern. Grund zum Feiern gab es aus vielerlei Hinsicht: die restaurierte Friedensköniginkapelle erstrahlte in neuem Glanz, der Maschinenring Odenwald-Bauland mit Sitz auf dem Schlempertshof beging sein 35-jähriges Bestehen und die Firma WRK Bau- und Möbelschreinerei Christoph Schlie hat seit zehn Jahren ihren Sitz auf dem Schlempertshof. Außerdem präsentierten sich bei diesem Fest das Holzrückunternehmen Herbert Goldschmidt, der Imkereibetrieb Hans Kaiser und der Ferienbauernhof der Familie Alois Gerig.

Reichlich Grund zum Feiern

Das Fest nahm der Heimatverein Höpfingen auch zum Anlass, im Rahmen einer Ausstellung und Bilddokumentation über den ehemaligen Militärflugplatz auf dem Schlempertshof/Dornberg zu informieren. Für musikalische Unterhaltung sorgten während des Festes die Jugendkapelle des Musikvereins Höpfingen unter der Leitung ihres Dirigenten Peter Fieger, während die Landjugend Mosbach mit mehreren Tänzen erfreute. Ihren Spaß hatten auch die kleinen Gäste bei der von den Kindergärten Höpfingen und Waldstetten aufgebauten Spielstraße, beim Ponyreiten und Kutschenfahren. Kurzum: Die Besucher erlebten einen abwechslungsreichen Sommertag, der in bester Erinnerung bleiben wird.

Zu Beginn des Festes hieß Alois Gerig als Hausherr in seiner zu einem Festsaal umfunktionierten Scheune die zahlreichen Besucher willkommen, darunter die Ehrengäste, Ministerialdirigent Joachim Hauck aus dem Ministerium für Landwirtschaft und Forsten, Landrat Detlef Piepenburg, MdL Peter Hauk, MdL Gerd Tesßmer, MdB a.D. Siegfried Hornung, der Vorsitzende des Badischen Imkerverbandes, Ekehard Hülsmann, Bürgermeister Ehrenfried Scheuermann, der stellvertretende Vorsitzende des Kreisbauernverbandes, Theo Schadt und der Leiter der AWN, Dr. Ginter.

Der Weiler Schlempertshof, so Alois Gerig in seinem kurzen geschichtlichen Rückblick, wurde 1335 unter dem Namen Slempertsweiler in Verbindung mit einem Ritter Heinrich Slemper von Würzburg erstmals urkundlich erwähnt. Bis zum Bau des Fliegerhorstes 1936/37 war er ein beschaulicher Weiler mit vier Bauernhöfen. Durch den Flugplatzbau habe sich in kurzer Zeit die Anzahl der Gebäude verdoppelt.

Mit dem heutigen Fest, so die weiteren Ausführungen von Alois Gerig, begehe man in erster Linie das 35-jährige Bestehen des Maschinenringes Odenwald-Bauland, der seinen Standort mit Firmensitz und Büro auf dem Schlempertshof habe. Im Rahmen dieser Feierlichkeiten wolle man nun einer Leistungsschau quer durch alle vom Maschinenring vermittelte Landtechnik präsentieren. Der weitaus größte Teil der hier gezeigten Landtechnik sei im Besitz einzelner Landwirte oder Lohnunternehmen und werde überbetrieblich bei Kollegen eingesetzt. Die Veranstaltung solle indes auch dazu dienen, um der Bevölkerung die Anstrengungen der praktizierenden Landwirte näher zu bringen, wie sie das Land flächendeckend bewirtschaften. Eine Verödung der Landschaft und die damit verbundene Abhängigkeit von ausländischen Nahrungsmitteln hätte fatale Folgen.

Gläserne Produktion

Als zweiten Jubilar stellte Alois Gerig die Firma WRK Bau- und Möbelschreinerei Christoph und Ursula Schlie vor, die seit zehn Jahren ihren Sitz auf dem Schlempertshof hat. Eine Schreinerei mit dem natürlichen Werkstoff Holz passe optimal in das Bild des Schlempertshof. Weiter nannte Gerig das Holzrückunternehmen Herbert Goldschmidt als ein Beispiel, wie aus einem rein landwirtschaftlichen Betrieb durch Zuerwerb nach und nach eine Einkommensalternative geschaffen wurde.

Im weiteren Reigen der gläsernen Produktion, so die weiteren Ausführungen Gerigs, befänden sich auch der Imkereibetrieb von Hans Kaiser, dem Vorsitzenden des Imkervereins Walldürn sowie der Ferienbauernhof, den er zusammen mit seiner Frau und seinen Eltern unterhalte.

Nicht unerwähnt ließ Alois Gerig die Infostände auf dem Festgelände, bei denen sich das Landwirtschaftsamt, der Bauernverband, der Beratungsdienst Ackerbau und Milchvieh, die Arbeitsgemeinschaft Betriebs- und Haushaltshilfe, das Forstamt Walldürn sowie die Abfallwirtschaftsgesellschaft präsentierten.

Ministerialdirigent Joachim Hauck, der auch die Grüße des Ministers für den ländlichen Raum überbrachte, lobte den Maschinenring Odenwald-Bauland als eine gute Gemeinschaft, bei der sich die Landwirte gegenseitig helfen und unterstützen. Durch diese gegenseitige Hilfe seien die Maschinen der kleinbäuerlichen Betriebe besser ausgelastet. Stolz sei das Land Baden-Württemberg auf die Leistungen, die die Landwirte hinsichtlich des Umweltschutzes bringen würden. So sei das Land bundesweit Spitzenreiter bezüglich der landwirtschaftlich genutzten Fläche.

Landrat Detlef Piepenburg bezeichnete die gläserne Produktion, die das Schlempertshof-Fest präsentiere, als ein schönes Schaufenster, das anschaulich die Vielseitigkeit des Berufstandes des Landwirtes aufzeige. Ein Lob zollte der Landrat dem Maschinenring Odenwald-Bauland, stelle er doch in der Abfallwirtschaft des Neckar-Odenwald-Kreises eine wichtige Stütze und tragende Säule dar. So sei diese Einrichtung ein verlässlicher Partner bei der Entsorgung des Grüngutes. Beim anschließenden Rundgang stellte Alois Gerig den Gästen die einzelnen Betriebe und deren Maschinenpark sowie deren Tätigkeiten vor (Weiterer Bericht auf dieser Seite). (ck)

Quelle: Fränkische Nachrichten - 24.06.2003
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